Valery Afanassiev wurde 1947 in Moskau geboren und studierte am Moskauer Konservatorium bei Jacob Zak und anschließend bei Emil Gilels. Er gewann zwei internationale Wettbewerbe: den Bach-Wettbewerb in Leipzig (1968) und den Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel (1972). Er gilt als einer der eigenwilligsten Künstler unserer Zeit.

1974 bat er um politisches Asyl in Belgien, derzeit lebt er in Versailles. Seit seiner Übersiedlung in den Westen hat er Konzerte in ganz Europa sowie in Japan und den USA gegeben. Er hat mehr als 30 CDs vorgelegt, deren Booklet-Texte er selbst verfasst. Sein Einblick in den Geist des Komponisten soll dem Hörer dabei möglichst umfassend vermittelt werden: eine Führung durch sein alchemistisches Laboratorium, in dem Dichtung, Philosophie, Malerei, die Kabbalah und sogar Wein ebenso sehr als mögliche Bezugspunkte fungieren wie der Notentext selbst. Valery Afanassiev hat 14 Romane geschrieben, davon neun auf Englisch und fünf auf Französisch. Zudem verfasste er 14 Gedichtbände auf Englisch und drei auf Russisch, einen Band mit Erzählungen und einen mit Kurzgeschichten, drei Essay-Bände sowie zwei Theaterstücke, die von Mussorgskis Bildern einer Ausstellung bzw. Schumanns Kreisleriana inspiriert wurden. In beiden Bühnenwerken tritt er sowohl als Pianist wie auch als Schauspieler auf (in vier verschiedenen Sprachen). Kürzlich vollendete er ein weiteres Stück, das auf Kafkas Erzählung In der Strafkolonie basiert und in dem er Morton Feldmans Palais de Mari aufführt. Seit mehreren Jahren dirigiert Valery Afanassiev auch eine Reihe von internationalen Orchestern. Er ist darum bemüht, etwas von der Klangqualität und der Polyphonie seiner bevorzugten Dirigenten wachzurufen: Furtwängler, Toscanini, Mengelberg, Knappertsbusch, Bruno Walter und Klemperer.

Valery Afanassiev, Klavier

Valery Afanassiev, Klavier