Begeisternder Auftakt

Nachtstücke: Ein Klavierabend der Extraklasse in Zangberg

Von Georg Kirschner

Heftiger Schlussapplaus, vereinzelte Bravorufe und volle Stuhlreihen beim ersten Konzert des Kammermusikfestivals «Nachtstücke» im Ahnensaal des Klosters Zangberg: Es war ein gelungener Auftakt für das neue Musikfest. Die gute Resonanz hat die Veranstalter der «Nachtstücke» überrascht und hoffnungsfroh gestimmt. Auch die rund 100 begeisterten Gäste beim Eröffnungskonzert sollten eine Empfehlung sein.

Michael Frohnmeyer am Klavier hatte für das Eröffnungskonzert die drei letzten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven ausgewählt und die Besucher nicht enttäuscht.

Der Abend begann mit der E-Dur-Sonate. Im «Vivace – Adagio» zeigte Frohnmeyer bereits zu Beginn seine großartige spieltechnische Fähigkeit, die über den ganzen Abend bestimmend blieb. So verstand er es, am Bösendorfer-Flügel von der ersten bis zur letzten Note die Zuhörer zu verzaubern. Seine Interpretation der Sonate war technisch makellos, das liedhafte Thema des Variationsfinales, das sich zu be- rauschender Ekstase steigert wurde mit subtilem Empfinden für die langsamen und lyrischen Abschnitte bravourös gestaltet.

Es folgte die As-Dur-Sonate. Neben Expressivität und mäßigem Tempo, das Ideal des Singens auf dem Klavier durch zahlreiche Spielanweisungen von Beethoven in besonderem Maße gefordert, wusste der Pianist mit vitalem Vortrag darzustellen.

Beendet und gekrönt wurde das Konzert mit der c-moll-Sonate. Das technisch überaus schwierige zweisätzige Werk bewältigte Frohnmeyer mit Souveränität und wusste das Ausspielen der Passagen unterschiedlicher Charaktere mit grossem Ausdruck zu gestalten. Im zweiten Satz, der berühmte «Arietta und Variationen», entfaltete sich eine nicht enden wollende Kantabilität zu dominieren- den Elementen, steigerten sich Dynamik und Spielkunst. Für die Zuhörer wurde dieser Satz zum nachwirkend musikalischen Erlebnis.

Das begeisterte Publikum dankte zurecht mit langem Applaus und wurde mit Beethovens «Es-Dur-Bagatelle» als Zugabe belohnt.

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