Die Hingabe des Michael Frohnmeyer

Zweiter Teil der "Nachtstücke" in Neumarkt

Von Marion Birken

Zwei opulente Werke standen auf dem Programm des zweiten Abends im Rahmen des Nachtstücke- Musikfestes im Herzoglichen Kasten in Neumarkt -Str.Veit. Da war zum einen Franz Schuberts "Grande Sonate" in a-moll D845 von 1825, von düsterer bis zärtlich wehmütiger Stimmung geprägt, die Robert Schumann später als "still, träumerisch, bis zu Tränen rührend" charak- terisierte. Und zum anderen die gleichfalls sehr umfangreiche A-Dur-Sonate aus dem Todesjahr1828, in der das für den Komponisten typisch Melodiöse und Tänzerische, wenn auch von einer gewissen Unruhe geprägt, zur Geltung kommt.

Der Pianist Michael Frohnmeyer hat beide Kompositionen vom Grundkonzept her gestaltet – angesichts der Opulenz dieser Werke ein Musterbeispiel musi- kalischen Intellekts und der Identifikation mit dem Komponisten. Die von Schubert gewollten Sprünge vom zauberhaften Pianissimo zum enrgiegeladen- en Fortissimo entfaltete der Pianist in logischer Dynamik zur hochdramtischen Einheit, das Melodiöse zur wunderbaren Kantilene, das Tänzerische beschwingt und heiter. Die Perfektion der Technik war wie selbstverständlichs Beiwerk, ausschließlich im Dienst des künstlerischen Ausdrucks. Die Konzentration und Hingabean die gespielte Musik übertrug sich sich auf die Zuhörer und machte sie zu Teilhabern Schubertscher Inspiration.
Als Zugabe nach lang anhaltenden Applaus wählte der exzellente Klaviervirtuose zur Stimmung passend ein Intermezzo von Johannes Brahms.

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