Traumhaftes Zusammenspiel

Mouradian – Avakian in Zangberg

Von Marion Birken

Die ersten Klaviertöne der Exposition des Allegro moderato aus Franz Schuberts Arpeggione-Sonate ließen bereits erkennen, welch einfühlsame Pianistin an diesem zweiten Nachtstücke-Abend im Kloster Zangberg am Klavier saß. Mit wunderbar weichem Anschlag brachte Nara Avakian das Instrument zum Singen und ebenso Gesanghaft antwortete ihr Levon Mouradian, der Partner am Violoncello.

Diese totale Übereinstimmung bis ins kleinste Detail sollte sich durchs ganze Konzert im Ahnensaal fortsetzen. Schubert erklang in der grenzenlosen Fülle seiner Melodik ungemein zart im folgenden Adagio und lebhaft verspielt im finalen Allegretto. Auch Robert Schumanns Phantasiestücke wurden ideal den Satzbezeichnungen entsprechend präsentiert – zart und mit Ausdruck, lebhaft und leicht, rasch und mit Feuer.

Im Gegensatz zur romantischen Harmonie standen die Kompositionen im zweiten Konzertteil. In der Sonate für Cello und Klavier von Haroutiun Dellalian (1937 – 1990) entfaltete sich im Grave rubato ein Dialog zwischen bruchhaften Melodiefragmenten des Cellos und Dissonanten Akkorden des Klaviers, um dann in einer mechanistischen Motorik des Klaviers zu gipfeln. Meisterhaft produzierte Levon Mouradian mit seinem edel intonierten Violoncello eine Fülle von Klangfarben in den «Tres infloresencias» für Cello solo, von Fernando Lopes-Graça (1906-1994).

In Claude Debussys Sonate für Cello und Klavier d-moll dominierte, in der Intention des Komponisten folgend, das Streichinstument, besonders durch die Pizzicati und Portanti im zweiten und spanische Ankläge im dritten Satz.

In den zwei Zugaben – dem «Schwan» aus Camille Saint-Saëns «Carneval der Tiere» sowie dem herrlichen Nocturne Es-Dur von Fréderic Chopin in einer Adaptation für Cello und Klavier, wurde fühlbar, wie wesentlich und unabdingbar inspirierte Melodien für Musik sind.

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